Lichtdurchfluteter Bogengang eines öffentlichen Gebäudes
Für Fachkräfte im Kinderschutz: von der Schule bis zum Familiengericht

81 % der befragten Ex-Zeugen Jehovas berichten emotionale Vernachlässigung in der Kindheit. Die wenigsten Fachkräfte wissen, woran sie das erkennen.

Viele Fachkräfte spüren, wenn in einer Familie etwas nicht stimmt, aber bei religiös geprägter Kontrolle fehlt oft die Sprache dafür, und der nächste Schritt gleich mit. Ich zeige Ihnen beides.

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Sie spüren es. Sie können es nur nicht benennen.

Eine Schülerin in Ihrer Klasse ist Zeugin Jehovas und will ihren Geburtstag nicht feiern. Ein Vater wendet sich nach einer Trennung ans Jugendamt, weil er befürchtet, dass die gemeinsamen Kinder unter der Zugehörigkeit ihrer Mutter zu den Zeugen Jehovas leiden. Anwälte und Familienrichter stehen im Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit und Kindeswohl, und müssen abwägen, ob eine religiös geprägte Erziehung noch Privatsache ist oder längst zur Kindeswohlgefährdung geworden ist.

In jedem dieser Fälle wissen Sie nicht genau, wo die Erziehung aufhört und die Kontrolle anfängt.

Was Ihnen fehlt, ist selten der Wille, hinzusehen. Meistens fehlt die Sprache für das, was Sie beobachten, und ein Weg, mit der Familie konstruktiv zu arbeiten, der nicht in einem Streit über Glauben endet.

Genau das zeige ich Ihnen.

Warum ich das aus zwei Richtungen sehe

Ich bin in den Zeugen Jehovas aufgewachsen und ausgestiegen. Ich kenne den Mechanismus nicht aus der Literatur. Ich kenne ihn von innen.

Ich zeige ihn konkret anhand der Zeugen Jehovas, weil ich genau diesen Fall aus erster Hand kenne. Der Mechanismus selbst, Kontrolle, die wie Fürsorge aussieht, gilt für jede Hochkontrollgruppe. Religiös oder nicht.

Danach habe ich mir die andere Seite angeeignet: das BITE-Modell, Coercive Control, das deutsche Kinderschutzrecht. Ich übersetze zwischen beidem: zwischen dem, was der Missbrauch von innen anfühlt, und dem, was Ihre Fachkräfte von außen brauchen, um ihn zu erkennen und im Alltag sicherer damit umzugehen.

Eine Frage kommt regelmäßig, deshalb beantworte ich sie hier gleich: Ich bewerte nicht den Glauben einer Familie. Ich bewerte Verhalten und dessen Wirkung auf ein Kind, und ich belege es aus den eigenen Veröffentlichungen der Gruppe. Das können Sie nachprüfen, unabhängig davon, woher ich komme.

Porträt von Luisa Schostak
Luisa SchostakReferentin

Ich arbeite ortsunabhängig. Fortbildungen, Fallberatung und Gespräche laufen digital, bundesweit und ohne Reisekosten in Ihrem Budget. Für Fachtagungen und größere Vorträge bin ich an ausgewählten Terminen im Jahr vor Ort.

Vortrag /
Keynote

Ein Vortrag für Ihr Kollegium, Ihre Fachtagung oder Ihre Fortbildungsreihe zu einem konkreten Thema Ihrer Wahl, mit Raum für Fragen im Anschluss. Keine Theorie von außen: Ich zeige, was ich selbst erlebt habe, verbunden mit dem, was Sie in Ihrem Alltag brauchen. Digital ganzjährig, vor Ort an ausgewählten Terminen.

Online-Fortbildung

Für Teams, die tiefer einsteigen wollen. Raum für Ihre eigenen Fälle, für das, was im Alltag schwierig ist. Sie gehen mit Wissen raus, mit einer Sprache dafür und einem ersten Schritt, den Sie morgen anwenden können. Als Live-Termin für Ihr Team, an einem Stück oder über mehrere Einheiten verteilt.

Fallberatung im Einzelfall

Sie haben einen konkreten Fall auf dem Tisch und niemanden, den Sie dazu fragen können. In einer Videosprechstunde ordne ich ein, was Sie beobachten: was ein bestimmtes Verhalten innerhalb der Gruppe bedeutet, welche Originalquelle dahintersteht, welche Fragen an die Familie weiterführen und welche das Gespräch zumachen. Ich bin dabei nicht Teil des Falls und habe kein Interesse am Ausgang. Ich beurteile weder das Kind, das ich nie gesehen habe, noch treffe ich eine Aussage zur Sorgerechtsfrage. Ich liefere den Kontext, in dem Sie selbst entscheiden.

Fachartikel /
Presse

Ich liefere, was den meisten Berichten zu diesem Thema fehlt: die Innenperspektive und den fachlichen Rahmen in einer Stimme. Für Interviews, Hintergrundgespräche und Gastbeiträge.

  1. „Nah bleiben, ohne mitzuspielen"

    wie anerzogener Gehorsam sich wie eigene, freie Entscheidung anfühlt, und wie Fachkräfte das erkennen, ohne den Glauben der Eltern einzuschränken, dafür aber klar benennen, welches Verhalten welche Auswirkungen auf das Kind hat. Und wie sie selbst eine echte, sichere Alternative werden, ohne dass sich das Kind zwischen ihnen und seiner Familie entscheiden muss.

    Alle Fachkräfte, die mit Kindern und Eltern arbeiten
  2. „Der lange Weg nach draußen"

    was in vielen Zeugen Jehovas vor dem Ausstieg emotional passiert, während des Ausstiegs selbst, und welche Verarbeitungsstufen danach nötig sind, um sich dauerhaft sicher zu fühlen und sich von der Gruppe zu lösen.

    Therapeuten, Beratungsstellen, Seelsorge
  3. „Vom Wachtturm zur Akte"

    wie religiöse Primärquellen als gerichtsfestes Beweismittel für seelische Kindeswohlgefährdung nutzbar werden.

    Fachanwälte, Gutachter, Familienrichter
  4. „Der unsichtbare Missbrauch"

    öffentlicher Vortrag: was Kontrollgruppen mit Menschen machen und was Selbstwirksamkeit dagegen bewirkt.

    Öffentlichkeit, Bildungsträger

Und wenn du selbst betroffen bist?

Bis hierhin ging es um Fachkräfte. Vielleicht bist du aber gar keine, sondern selbst betroffen: gerade rausgegangen, noch am Überlegen, oder längst draußen und trotzdem nicht weiter.

Was dir dann am meisten hilft, ist jemand, dem du nichts erklären musst. Kein Regelwerk, keine Vorgeschichte, keinen Grund, warum ein Anruf bei deiner Mutter kompliziert ist. Diese Zeit und Kraft gehen dann dahin, wo sie hingehören.

Ich bin selbst ausgestiegen und begleite Menschen auf dieser Strecke. Was das genau ist und was es nicht ist, steht auf meiner persönlichen Seite.

Was belegt ist, und wer es gegenlesen sollte.

Wenn ein Jugendamt einschätzen soll, ob ein Kind gefährdet ist, hilft kein Erfahrungsbericht. Es braucht Beobachtbares, es braucht einen Beleg dafür, und es braucht die rechtliche Einordnung. Genau dafür habe ich in den letzten Monaten eine Fachgrundlage aufgebaut.

Sie ist in drei Schichten geordnet. Zehn Indikatoren beschreiben, was im Hausbesuch, in der Schule oder im Hilfeplangespräch tatsächlich zu sehen ist. Zwanzig Quellensteckbriefe belegen jede Aussage, überwiegend aus den Publikationen der Gemeinschaft selbst, dazu Studien und die Berichte staatlicher Untersuchungskommissionen. Sechs Dossiers führen das an die Paragrafen heran, die im Verfahren zählen.

Jede einzelne Aussage trägt ihre Fundstelle, ihr wörtliches Zitat und die Angabe, wie belastbar sie ist. Wo etwas nicht belegt ist, steht das da. Wo eine Gegenseite ein Gegenzitat hätte, steht das Gegenzitat gleich daneben.

Wen ich jetzt suche

Jurist:innen mit Familienrecht, insbesondere §1666 und §1684 BGB, und Psycholog:innen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen. Die Arbeit besteht darin, einzelne Einträge fachlich gegenzulesen: Hält die Argumentation? Ist die rechtliche Einordnung sauber? Wo würde ein Gericht widersprechen?

Sie müssen nicht die ganze Datenbank lesen. Ein Eintrag umfasst zwei bis vier Seiten, und Sie kommentieren direkt im Browser, ohne etwas herunterzuladen oder zu bearbeiten. Zwei bis drei Einträge sind schon eine große Hilfe.

Bis das geschehen ist, steht jeder Eintrag als Entwurf und ist nicht zitierfähig. Das ist Absicht: eine Grundlage, die vor Gericht gelesen wird, darf nicht auf meinem Wort allein stehen.

Schreiben Sie mir.

Schreiben Sie mir kurz, was Sie beschäftigt. Ich melde mich für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir uns kennenlernen und gemeinsam schauen, was zu Ihrer Institution passt.